{"id":5632,"date":"2025-09-04T10:51:55","date_gmt":"2025-09-04T09:51:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/?p=5632"},"modified":"2025-09-09T11:04:07","modified_gmt":"2025-09-09T10:04:07","slug":"offenlegung-von-jahresabschluessen-zusammenfassung-und-neuerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/2025\/09\/04\/offenlegung-von-jahresabschluessen-zusammenfassung-und-neuerungen\/","title":{"rendered":"Offenlegung von Jahresabschl\u00fcssen &#8211; Zusammenfassung und Neuerungen"},"content":{"rendered":"<p>Die Jahresabschl\u00fcsse von Kapitalgesellschaften, verdeckten Kapitalgesellschaften, <strong>Zweignieder\u00adlassungen ausl\u00e4ndischer Kapitalgesellschaften<\/strong> und bestimmter Genossenschaften mit dem <strong>Bilanzstichtag 31.12.2024<\/strong> m\u00fcssen bis <strong>sp\u00e4testens 30.9.2025<\/strong> <strong>elektronisch beim Firmenbuch <\/strong>eingelangt sein. Grunds\u00e4tzlich sind dazu die <strong>gesetzlichen Vertreter der Gesellschaften verpflichtet<\/strong>. Daher sind diese auch Adressaten der Strafbestimmungen.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<h5><strong><span style=\"color: #993300;\">allgemeine Bestimmungen<\/span><\/strong><\/h5>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die gesetzlichen Vertreter von Kapitalgesellschaften haben den Jahresabschluss und ggf. den Lagebericht nach seiner Behandlung in der Haupt- bzw. Generalversammlung, <strong>jedoch sp\u00e4testens neun Monate nach dem Bilanzstichtag<\/strong>, gegebenenfalls samt <strong>Best\u00e4tigungsvermerk<\/strong> beim zust\u00e4ndigen Firmenbuch einzureichen. Weiters sind der <strong>Ergebnisverwendungsbeschluss <\/strong>und gegebenenfalls der Bericht des Aufsichtsrates vorzulegen. Alle Unterlagen sind grunds\u00e4tzlich <strong>elektronisch<\/strong> zu \u00fcbermitteln. Lediglich bei Kapitalgesellschaften mit einem Umsatz von bis zu \u20ac 70.000 ist die Einreichung in Papierform zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als <strong>Kapitalgesellschaft<\/strong> gelten neben der <strong>AG <\/strong>und der <strong>GmbH<\/strong> auch <strong>kapitalistische Personen\u00adgesellschaften<\/strong> (z.B. GmbH &amp; Co KG) und die <strong>flexible Kapitalgesellschaft<\/strong> (subsidi\u00e4r nach den GmbH-Regelungen). Entscheidend f\u00fcr die Zuordnung zu einer <strong>Gr\u00f6\u00dfenklasse<\/strong> ist, dass <strong>2 der 3 Merkmale<\/strong> an den Abschlussstichtagen an zwei aufeinanderfolgenden Gesch\u00e4ftsjahren \u00fcberschritten bzw. nicht mehr \u00fcberschritten werden. Bei Um- oder Neugr\u00fcndungen treten die Rechtsfolgen bereits ein, wenn die Gr\u00f6\u00dfenmerkmale am ersten Abschlussstichtag nach der Um- oder Neugr\u00fcndung vorliegen. Bei Abschlusspr\u00fcfungen ist darauf zu achten, ob kurzfristig aus der Pr\u00fcfungspflicht eine freiwillige Pr\u00fcfung wird. Daf\u00fcr ist eine neue Vereinbarung mit dem Wirtschaftspr\u00fcfer abzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table width=\"500\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"131\"><strong>Kapitalgesellschaft<\/strong><\/td>\n<td width=\"129\"><strong>Bilanzsumme\u00a0in \u20ac<\/strong><\/td>\n<td width=\"130\"><strong>Umsatzerl\u00f6se in\u00a0\u20ac<\/strong><\/td>\n<td width=\"110\"><strong>Arbeitnehmer<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"131\"><strong>Kleinst<\/strong><\/td>\n<td width=\"129\">&lt; 450.000<\/td>\n<td width=\"130\">&lt; 900.000<\/td>\n<td width=\"110\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"131\"><strong>Klein<\/strong><\/td>\n<td width=\"129\">bis 6.250.000<\/td>\n<td width=\"130\">bis 12.500.000<\/td>\n<td width=\"110\">bis 50<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"131\"><strong>Mittelgro\u00df<\/strong><\/td>\n<td width=\"129\">bis 25.000.000<\/td>\n<td width=\"130\">bis 50.000.000<\/td>\n<td width=\"110\">bis 250<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"131\"><strong>Gro\u00df<\/strong><\/td>\n<td width=\"129\">&gt; 25.000.000<\/td>\n<td width=\"130\">&gt;\u00a0 50.000.000<\/td>\n<td width=\"110\">&gt; 250<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Umfang der einzureichenden Unterlagen richtet sich nach der Gr\u00f6\u00dfe der Gesellschaft<\/p>\n<table width=\"609\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"245\">Einzureichende Unterlagen<\/td>\n<td width=\"57\">Kleinst-kapital-gesell\u00adschaft<\/td>\n<td width=\"62\">Kleine GmbH<\/td>\n<td width=\"80\">Mittelgro\u00dfe GmbH<\/td>\n<td width=\"95\">Gro\u00dfe GmbH; kleine + mittelgro\u00dfe AG<\/td>\n<td width=\"71\">Gro\u00dfe\u00a0\u00a0\u00a0 AG<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\"><strong>Bilanz<\/strong><\/td>\n<td width=\"57\">X *<\/td>\n<td width=\"62\">X *<\/td>\n<td width=\"80\">\u00a0 X *<\/td>\n<td width=\"95\">X<\/td>\n<td width=\"71\">X<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\"><strong>Gewinn-und Verlustrechnung<\/strong><\/td>\n<td width=\"57\"><\/td>\n<td width=\"62\"><\/td>\n<td width=\"80\">\u00a0 X *<\/td>\n<td width=\"95\">X<\/td>\n<td width=\"71\">X<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\"><strong>Anhang + Anlagespiegel<\/strong><\/td>\n<td width=\"57\"><\/td>\n<td width=\"62\">X *<\/td>\n<td width=\"80\">X<\/td>\n<td width=\"95\">X<\/td>\n<td width=\"71\">X<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\"><strong>Lagebericht<\/strong><\/td>\n<td width=\"57\">X ***<\/td>\n<td width=\"62\"><\/td>\n<td width=\"80\">X<\/td>\n<td width=\"95\">X<\/td>\n<td width=\"71\">X<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\"><strong>Best\u00e4tigungsvermerk<\/strong><\/td>\n<td width=\"57\"><\/td>\n<td width=\"62\">X **<\/td>\n<td width=\"80\">X<\/td>\n<td width=\"95\">X<\/td>\n<td width=\"71\">X<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Umlauf- bzw. Gesellschafterbeschluss \u00fcber die<strong> Ergebnisverwendung<\/strong><\/td>\n<td width=\"57\"><\/td>\n<td width=\"62\">X **<\/td>\n<td width=\"80\">X<\/td>\n<td width=\"95\">X<\/td>\n<td width=\"71\">X<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\"><strong>Bericht des Aufsichtsrates<\/strong><\/td>\n<td width=\"57\"><\/td>\n<td width=\"62\"><\/td>\n<td width=\"80\">X<\/td>\n<td width=\"95\">X<\/td>\n<td width=\"71\">X<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Nachweis \u00fcber die Ver\u00f6ffentlichung des Jahresabschlusses auf der elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI)<\/td>\n<td width=\"57\"><\/td>\n<td width=\"62\"><\/td>\n<td width=\"80\"><\/td>\n<td width=\"95\"><\/td>\n<td width=\"71\">X<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<pre style=\"padding-left: 40px;\"><em>* Verk\u00fcrzung bzw. Verdichtung m\u00f6glich <\/em><\/pre>\n<pre style=\"padding-left: 40px;\"><em>** nur bei gesetzlichen Pflichtpr\u00fcfungen (kleine GmbH + AR-Pflicht) <\/em><\/pre>\n<pre style=\"padding-left: 40px;\"><em>*** bei Kleinst-AG<\/em><\/pre>\n<p>Vertreter <strong>\u00f6sterreichischer Zweigniederlassungen ausl\u00e4ndischer Kapitalgesellschaften<\/strong> haben die Unterlagen der Hauptgesellschaft in deutscher oder englischer Sprache offenzulegen. Handelt es sich um eine gro\u00dfe AG, so ist die Ver\u00f6ffentlichung auf der EVI-Plattform zu veranlassen. Der diesbez\u00fcgliche Nachweis ist dem Firmenbuch offenzulegen. Der nach ausl\u00e4ndischem Recht erstellte Jahresabschluss stellt insofern auch eine Ausnahme von der strukturierten Einreichung an das Firmenbuch dar.<\/p>\n<p>Befreiungstatbestand: Eine Ver\u00f6ffentlichung in \u00d6sterreich kann unterbleiben, wenn die geforderten Unterlagen in Deutsch oder in einer in internationalen Finanzkreisen gebr\u00e4uchlichen Sprache \u00fcber das Business Register Interconnection System (BRIS) abrufbar sind. Durch eine einmalige Offenlegung im BRIS kann sich die ausl\u00e4ndische Kapitalgesellschaft einiges an Aufwand ersparen.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #993300;\"><strong>Firmenbucheinreichung \u2013 Neuerungen f\u00fcr den elektronischen Rechtsverkehr (ERV)<\/strong><\/span><\/h4>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Seit 1.7.2022 sind die einzureichenden Jahresabschlussdaten auf elektronischem Weg in strukturierter Form an das Firmenbuch zu \u00fcbermitteln. Diese k\u00f6nnen entweder als XML-Datei \u00fcber FinanzOnline (FON) oder mittels ESEF erfolgen.<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #993300;\">Mit der Verordnungsnovelle, die am 1.3.2025 in Kraft getreten ist, wird FinanzOnline ab 1.1.2026\u00a0 als \u00dcbermittlungsweg eingestellt. Jahresabschl\u00fcsse sind in der neuen <strong>Struktur JAb 4.0<\/strong> zu errichten.<\/span><\/p>\n<p><strong>Hinweis<\/strong>: Jahresabschl\u00fcsse zum 31.12.2024 d\u00fcrfen noch unter Anwendung der bisherigen Struktur JAb\u00a03.32 offengelegt werden. Soweit die \u00dcbermittlung in strukturierter Form nicht m\u00f6glich ist, k\u00f6nnen die Unterlagen ausnahmsweise auch als pdf-Anhang eingebracht werden, wobei der Grund f\u00fcr die Unm\u00f6glichkeit anl\u00e4sslich der Einreichung bekanntzugeben ist. Die <strong>\u00dcbergangsfrist <\/strong>f\u00fcr \u00dcbermittlung via FON<strong> endet am 31.12.2025<\/strong>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Seit dem 1.3.2025 gibt es drei Arten, den Jahresabschluss \/ Konzernabschluss beim Firmenbuch einzureichen, unabh\u00e4ngig davon, ob dieser durch das vertretungsbefugte Organ eines Unternehmens oder einen beauftragten Steuerberater \/ Wirtschaftspr\u00fcfer eingereicht wird:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Kleine Unternehmen (Formblatt-Einreicher)<\/strong> k\u00f6nnen auf \u201ejustizonline.gv.at\u201c \u00fcber ein neues Online-Formblatt die Formblattdaten <strong>manuell<\/strong> eingeben und direkt an das Firmenbuchgericht in strukturierter Version 4.0 \u00fcbermitteln. Sie erhalten eine Eingangsbest\u00e4tigung.<\/li>\n<li>Weiters besteht die M\u00f6glichkeit, die <strong>XML-Datei<\/strong> mit Hilfe einer <strong>\u00dcbermittlungsstelle<\/strong> im elektronischen Rechtsverkehr (<strong>ERV<\/strong>) direkt beim Firmenbuchgericht einzubringen<\/li>\n<li>Bei Verwendung einer eigenen Bilanzierungssoftware k\u00f6nnen exportierte JAb-Daten als XML-Datei \u00fcber ein <strong>Online-Formular<\/strong> auf JustizOnline hochgeladen und strukturiert beim Firmenbuch\u00adgericht eingereicht werden.<\/li>\n<\/ol>\n<blockquote><p><strong>TIPP<\/strong>: Es empfiehlt sich, aufgrund der anfallenden Mehrarbeiten und der m\u00f6glichen technischen Probleme die Einreichung wie bisher vorzunehmen. Die \u00dcbergangsfrist endet am 31.12.2025.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Konzernabschl\u00fcsse <\/strong>sind ebenfalls in strukturierter Form offenzulegen. Wird befreiend der ausl\u00e4ndische Konzernabschluss ver\u00f6ffentlicht, stellt dies einen Ausnahmefall von der strukturierten Einreichung dar. Die Unterlagen k\u00f6nnen in diesem Fall als pdf-Anhang beim Firmenbuchgericht eingereicht werden. Wird ein <strong>Konzernabschluss gem\u00e4\u00df IFRS<\/strong> aufgestellt, ist er im ESEF-Format zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Vertreter <strong>\u00f6sterreichischer Zweigniederlassungen ausl\u00e4ndischer Kapitalgesellschaften <\/strong>[\u00a7 280a UGB] haben die Unterlagen der Hauptgesellschaft in deutscher oder englischer Sprache offenzulegen. Handelt es sich um eine gro\u00dfe AG, so ist die Ver\u00f6ffentlichung auf der EVI-Plattform zu veranlassen. Der diesbez\u00fcgliche Nachweis ist dem Firmenbuch offenzulegen. Der nach ausl\u00e4ndischem Recht erstellte Jahresabschluss stellt insofern auch eine Ausnahme von der strukturierten Einreichung an das Firmenbuch dar. Befreiungstatbestand: Eine Ver\u00f6ffentlichung in \u00d6sterreich kann unterbleiben, wenn die geforderten Unterlagen in Deutsch oder in einer in internationalen Finanzkreisen gebr\u00e4uchlichen Sprache \u00fcber das Business Register Interconnection System (BRIS) abrufbar sind. Durch eine einmalige Offenlegung im BRIS kann sich die ausl\u00e4ndische Kapitalgesellschaft einiges an Aufwand ersparen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>\n<h4><span style=\"color: #993300;\">Sanktionen bei versp\u00e4teter Offenlegung<\/span><\/h4>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer es dennoch nicht schafft, fristgerecht einzureichen, dem droht eine automatische Zwangsstrafe von mindestens <strong>\u20ac\u00a0700<\/strong> <strong>pro Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer (Vorstand) <u>und<\/u> Gesellschaft <\/strong>(kleine Kapitalgesellschaften) sowie alle zwei Monate weitere automatische Zwangsstrafen, bis der Jahresabschluss beim Firmenbuch hinterlegt ist. Bei mittelgro\u00dfen Kapitalgesellschaften erh\u00f6ht sich die Zwangsstrafe im ordentlichen Verfahren auf das Dreifache, also mindestens \u20ac 2.100 pro Organ und Gesellschaft; bei gro\u00dfen Kapitalgesellschaften auf das Sechsfache, also mindestens \u20ac 4.200 pro Organ und Gesellschaft. Bei Kleinstkapitalgesellschaften halbiert sich die Zwangsstrafe und betr\u00e4gt \u20ac 350.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Hinweis<\/strong>: F\u00fcr die Fristeinhaltung ist das <strong>Einlangen bei Gericht<\/strong> relevant. Da es erfahrungsgem\u00e4\u00df bei der elektronischen Einreichung in strukturierter Form (XML) durchaus zu Verz\u00f6gerungen bei der Konver\u00adtierung oder aufgrund von Server\u00fcberlastung kommen kann, empfiehlt es sich, einen ausreich\u00adenden Zeitpuffer einzuplanen.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Jahresabschl\u00fcsse von Kapitalgesellschaften, verdeckten Kapitalgesellschaften, Zweignieder\u00adlassungen ausl\u00e4ndischer Kapitalgesellschaften und bestimmter Genossenschaften mit dem Bilanzstichtag 31.12.2024 m\u00fcssen bis sp\u00e4testens 30.9.2025 elektronisch beim Firmenbuch eingelangt sein. 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