{"id":5292,"date":"2025-01-09T12:40:19","date_gmt":"2025-01-09T10:40:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/?p=5292"},"modified":"2025-01-17T12:49:06","modified_gmt":"2025-01-17T10:49:06","slug":"steuerreportingverordnung-steuerbescheinigung-fuer-einkuenfte-aus-kapitalvermoegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/2025\/01\/09\/steuerreportingverordnung-steuerbescheinigung-fuer-einkuenfte-aus-kapitalvermoegen\/","title":{"rendered":"Steuerreportingverordnung &#8211; Steuerbescheinigung f\u00fcr Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen"},"content":{"rendered":"<p>Im Juli 2024 wurde die Steuerreporting-Verordnung vom BMF erlassen. Damit soll ab dem Kalenderjahr 2025 die gesetzlich vorgesehene <strong>Steuerbescheinigung f\u00fcr Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen<\/strong> von <strong>unbeschr\u00e4nkt steuerpflichtigen nat\u00fcrlichen Personen<\/strong> einheitlich geregelt werden.<\/p>\n<p>Die uns allen bekannte und f\u00fcr viele mysteri\u00f6se sogenannte \u201e<strong>Verlustausgleichsbescheinigung<\/strong>\u201c, die je nach Bankinstitut eine unterschiedliche Ausgestaltung hatte, geh\u00f6rt somit ab dem Kalenderjahr 2025 der Vergangenheit an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit der Steuerreporting-Verordnung soll sichergestellt werden, dass <strong>die f\u00fcr die Steuererkl\u00e4rung erforderlichen Daten aller Depots eines unbeschr\u00e4nkt Steuerpflichtigen in einer einheitlichen Form zur Verf\u00fcgung gestellt werden <\/strong>und vor allem, dass alle f\u00fcr die korrekte Besteuerung von Kapitalverm\u00f6gen erforderlichen Daten in diesen Bescheinigungen enthalten sind. Die Anlage zur Steuerreporting-Verordnung enth\u00e4lt \u2013 sozusagen benutzerfreundlich \u2013 neben den unterschiedlichen Einkunftsarten auch jeweils den dazugeh\u00f6rigen Verweis, in welche Kennzahl der Steuererkl\u00e4rung diese aufzunehmen sind.<\/p>\n<p>Diese Bescheinigung ist dem Steuerpflichtigen <strong>auf Verlangen <\/strong>bis zum 31. M\u00e4rz des Folgejahres <strong>bereitzustellen<\/strong>, somit <strong>erstmalig bis 31.3.2026 f\u00fcr das Kalenderjahr 2025<\/strong>. Sie ist weiters auf Verlangen f\u00fcr die vorhergehenden 5 Kalenderjahre auszustellen. Nachtr\u00e4gliche Korrekturen sind in den folgenden 3 Kalenderjahren zu vermerken.<\/p>\n<p>Die Steuerbescheinigung ist in Zukunft <strong>von allen KESt-Abzugsverpflichteten<\/strong> auszustellen \u2013 dies bedeutet, neben <strong>Kreditinstituten als depotf\u00fchrende Stelle<\/strong> auch von allen sonstigen Schuldnern von Kapitalertr\u00e4gen, wenn diese einem KESt-Abzug unterliegen (ausgenommen inl\u00e4ndische dividendenaussch\u00fcttende Gesellschaften). Dies betrifft vor allem Schuldner von <strong>Kryptow\u00e4hrungen<\/strong>, aber auch inl\u00e4ndische Emittenten von <strong>Forderungswertpapieren<\/strong> (sofern zum KESt-Abzug verpflichtet und nicht \u00fcber eine depotf\u00fchrende Stelle verwaltet).<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich stellt die depotf\u00fchrende Stelle j\u00e4hrlich pro Person 1 Bescheinigung aus, allerdings gibt es f\u00fcr Geldeinlagen und nicht verbriefte sonstige Forderungen eine eigene Bescheinigung. Weiters wird f\u00fcr Gemeinschaftsdepots mehrerer Personen ein eigenes Steuerreporting erstellt. H\u00e4lt der Steuerpflichtigen bei einem Kreditinstitut neben seinem privaten Depot auch ein weiteres Depot, das seinen Angaben zufolge betrieblichen Zwecken dient (oder treuh\u00e4ndig gehalten wird), erh\u00e4lt er f\u00fcr jedes der beiden ein Steuerreporting.<\/p>\n<p>Neben der Vereinheitlichung des Aufbaus der Steuerbescheinigung und der damit einhergehenden Informationstiefe enth\u00e4lt die Steuerreporting-Verordnung auch Regelungen zur Ber\u00fccksichtigung <strong>ausl\u00e4ndischer Quellensteuern<\/strong>, die auch f\u00fcr aktuelle Steuerzeitr\u00e4ume (und nicht erst ab 2025!) von Bedeutung sind, und behandelt Sonderfragen zu <strong>Investmentfonds.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Ausl\u00e4ndische Quellensteuern<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>In der Steuerbescheinigung sind nur jene ausl\u00e4ndische Quellensteuern auszuweisen, die f\u00fcr Zwecke des KESt-Abzugs durch den Abzugsverpflichteten angerechnet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Verrechnungsreihenfolge ausl\u00e4ndischer Quellensteuern gilt die <u>Vorteilhaftigkeitsbetrachtung<\/u>, dh die Anrechnungsm\u00f6glichkeit soll m\u00f6glichst erhalten bleiben. Die Entscheidung \u00fcber die Verrechnungs\u00adreihenfolge liegt beim Steuerpflichtigen im Zuge der Erstellung seiner Steuererkl\u00e4rung. Hier zwei Beispiele:<\/p>\n<p><u>\u00a0<\/u><\/p>\n<blockquote><p><em><u>Beispiel Vorteilhaftigkeitsbetrachtung<\/u><\/em><em>:<\/em><\/p>\n<p><em>In der nachfolgenden Tabelle ist die Verlustverrechnung unter Vorteilhaftigkeitsbetrachtung dargestellt.<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Der 1. Verlustverrechnungsschritt ist die Verrechnung der Verluste aus Wertsteigerung mit den Ein\u00adk\u00fcnften aus Wertsteigerung (Zahl 1). Daraus verbleibt ein Restverlust in H\u00f6he von 50 (\u201e1 Verlust\u00adverrechnung Rest\u201c).<\/em><\/li>\n<li><em>Der 2. Verlustverrechnungsschritt erfolgt nun mit dem Restverlust aus 1 und den ausl\u00e4ndischen Dividen\u00addeneink\u00fcnften (Zahl 2). Daraus verbleibt ein Resteinkommen in H\u00f6he von 50 (\u201e2 Verlust\u00adverrechnung Rest Dividende\u201c).<\/em><\/li>\n<li><em>F\u00fcr die Eink\u00fcnfte nach Verlustverrechnung in H\u00f6he von 50 berechnet sich die \u00f6sterreichische Kapitalertragsteuer in H\u00f6he von 13,75 (27,5%). Darauf kann Quellensteuer (QuESt) im Rahmen des H\u00f6chstbetrags (in Prozent \u2013 hier 15% bezahlte Quellensteuer), somit mit 7,5 (50 x 15%) angerechnet werden.<\/em><\/li>\n<li><em>Die Steuerzahlung in \u00d6sterreich bel\u00e4uft sich damit auf 6,25. Die Differenz auf die bezahlte Kapitalertragsteuer (KESt) unter Anrechnung der Quellensteuer vor Verlustverrechnung (26,25) in H\u00f6he von 20 kann zur R\u00fcckerstattung beantragt werden.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Bei vorrangiger Verrechnung des Wertverlusts mit der ausl\u00e4ndischen Dividende w\u00e4re die Quellensteuer zur G\u00e4nze verloren, die R\u00fcckerstattung w\u00fcrde nur 12,5 betragen. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispielt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5293\" src=\"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispielt-300x136.png\" alt=\"\" width=\"377\" height=\"171\" srcset=\"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispielt-300x136.png 300w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispielt-1024x464.png 1024w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispielt-768x348.png 768w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispielt-1170x530.png 1170w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispielt-150x68.png 150w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispielt-500x227.png 500w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispielt.png 1222w\" sizes=\"auto, (max-width: 377px) 100vw, 377px\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p><em><u>Beispiel Aliquotierung<\/u><\/em><em>:<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn eine konkrete Zuordnung der Quellensteuern zu den entsprechenden Eink\u00fcnften nicht m\u00f6glich ist (so zB bei Investmentfonds), so ist auch vereinfachend eine aliquote Zuteilung zul\u00e4ssig.<\/em><\/p>\n<p><em>In der nachfolgenden Tabelle ist die Verlustverrechnung unter Aliquotierung dargestellt.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<ul>\n<li>\n<blockquote><p><em>In einem ersten Schritt wird der H\u00f6chstbetrag (Prozentsatz) der anrechenbaren Quellensteuern aus den positiven Eink\u00fcnften und den darauf entfallenden Quellensteuern ermittelt \u2013 hier 10%.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li>\n<blockquote><p><em>Danach erfolgt die Verlustverrechnung mit den gesamten positiven Eink\u00fcnften.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li>\n<blockquote><p><em>F\u00fcr die Eink\u00fcnfte nach Verlustverrechnung in H\u00f6he von 200 berechnet sich die \u00f6sterreichische Kapitalertragsteuer (KESt) in H\u00f6he von 55 (27,5%). Darauf kann Quellensteuer (QuESt) im Rahmen des H\u00f6chstbetrags (in Prozent \u2013 hier 10% bezogen auf die nunmehr ermittelten steuerpflichtigen Eink\u00fcnfte), somit mit 20 (200 x 10%) angerechnet werden.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li>\n<blockquote><p><em>Die Steuerzahlung in \u00d6sterreich bel\u00e4uft sich damit auf 35. Die Differenz auf die bezahlte Kapital\u00adertragsteuer unter Anrechnung der Quellensteuer vor Verlustverrechnung (52,5) in H\u00f6he von 17,5 kann zur R\u00fcckerstattung beantragt werden<\/em><\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispiel2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-5295\" src=\"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispiel2-300x137.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"137\" srcset=\"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispiel2-300x137.png 300w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispiel2-1024x469.png 1024w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispiel2-768x352.png 768w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispiel2-1170x536.png 1170w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispiel2-150x69.png 150w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispiel2-500x229.png 500w, https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/quest_beispiel2.png 1253w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/em><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Investmentfonds<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>In Zusammenhang mit der Besteuerung von Investmentfonds wird mit der Steuerreporting-Verordnung festgelegt, unter welchen Voraussetzungen und in welcher Art ein Verlustausgleich mit inl\u00e4ndischen Dividenden, die bereits der KESt unterzogen wurden, vorgenommen werden kann und wie mit negativen aussch\u00fcttungsgleichen Ertr\u00e4gen im Rahmen der Veranlagung umzugehen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juli 2024 wurde die Steuerreporting-Verordnung vom BMF erlassen. 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