{"id":4350,"date":"2023-04-07T07:11:20","date_gmt":"2023-04-07T06:11:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/?p=4350"},"modified":"2023-06-27T10:29:02","modified_gmt":"2023-06-27T09:29:02","slug":"papierkram-die-zweite-belege-fuer-die-doppelte-buchhaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/2023\/04\/07\/papierkram-die-zweite-belege-fuer-die-doppelte-buchhaltung\/","title":{"rendered":"Papierkram, die Zweite &#8211; Belege f\u00fcr die doppelte Buchhaltung"},"content":{"rendered":"<p>Sie k\u00f6nnen uns gern die Belege auch in einer Schuhschachtel \u00fcberreichen. Sinnvoll ist es nicht. Es geht mit wenig Aufwand auch anders. Der Schuhkarton ist zwar besser als gar keine Ablage, allerdings hat er zwei gravierende Nachteile:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Wenn andere f\u00fcr Sie die Belege ordnen, fallen zus\u00e4tzliche Kosten an. Sie mieten sich quasi kurzfristig eine eigene Sekret\u00e4rin.<\/li>\n<li>Sie haben keinen \u00dcberblick \u00fcber laufende Ausgaben, offene Rechnungen und zu erwartende Zahlungen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Betrachten Sie das Ordnen Ihrer Belege wie das F\u00fchren eines Tagebuchs. Denn das ist es ja auch. Ihre Ausgangsrechnungen und Eingangsrechnungen \u201ebelegen\u201c Ihr t\u00e4gliches Werk. Denken Sie w\u00e4hrend des Ordnens an die mit den Belegen verbundenen Auftr\u00e4ge &#8211; seien Sie stolz auf Erfolge, erkennen Sie fr\u00fchzeitig eventuelle Probleme.<\/p>\n<h5>1. Bereiten Sie alles vor<\/h5>\n<p>Banal, aber oft wohltuend: besorgen Sie sich einen neuen Ordner, neue Trennbl\u00e4tter und einen guten Stift zum Beschriften. Und dann beschriften Sie Trennbl\u00e4tter folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Ausgangsrechnungen<\/strong> (Rechnungen, die Sie geschrieben und verschickt haben)<\/li>\n<li><strong>Eingangsrechnungen<\/strong> (Rechnungen, die Sie erhalten und vielleicht auch schon bezahlt haben)<\/li>\n<li><strong>Bank<\/strong> (Kontoausz\u00fcge oder die Umsatz\u00fcbersicht des Monats)<br \/>\nbei mehreren Konten auch die Kontonummer auf das Trennblatt schreiben und f\u00fcr jedes Konto ein eigenes anlegen<\/li>\n<li><strong>Kassa<\/strong> (den Monatsabschluss Ihres Kassensystems und auch die einzelnen Tage mit Belege)<\/li>\n<li><strong>Kreditkartenabrechnung<\/strong> mit allen Belegen, die darauf ausgewiesen werden &#8211; also auch Tankrechnungen etc)<\/li>\n<li><strong>Reisekosten <\/strong>falls Sie Dienstreisen machen<br \/>\nnicht vergessen: auch eine Reisekostenabrechnung dazu mit Datum, Ort, Kilometer und mehr<\/li>\n<\/ul>\n<h5>2. Jetzt geht&#8217;s ans Ordnen<\/h5>\n<p>Ordnen Sie die Belege chronologisch, und zwar nach dem Prinzip: unten alt, oben neu. Also z.B. bei Ausgangsrechnungen: zuerst die Rechnungen vom 1. J\u00e4nner\u00a0 und darauf die vom 2. J\u00e4nner, und so weiter. Haben Sie viele Lieferanten, k\u00f6nnten Sie eventuell auch innerhalb der Eingangsrechnungen nochmals nach Lieferanten sortieren.<br \/>\nVergessen Sie nicht, auch die Rechnungen einzusortieren, die noch nicht bezahlt sind. Denn bei der doppelten Buchhaltung wird immer zuerst die Rechnung gebucht mit dem Datum, an dem sie ausgestellt wurde. Also wenn Sie den M\u00e4rz aufbereiten, m\u00fcssen alle Rechnungen rein, die mit einem M\u00e4rzdatum ausgestellt wurden,<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong><span style=\"color: #800000;\">Wichtig ist:<\/span><\/strong><br \/>\n&#8211; Verwenden Sie <strong>keine Klammern.\u00a0<\/strong>Diese m\u00fcssten zum Scannen bei uns dann doch wieder ge\u00f6ffnet werden, was Zeit kostet.<br \/>\n&#8211; Stecken Sie die Belege <strong>nicht in Klarsichth\u00fcllen.\u00a0<\/strong>Auch hier m\u00fcssen die Belege erst wieder zeitaufw\u00e4ndig aus den H\u00fcllen geholt werden.<br \/>\n&#8211; kleben Sie <strong>kleine Rechnungen<\/strong> (Bahnkarten, Kassenbons etc.) <strong>auf ein DIN A4 Blatt<\/strong>. Entweder verwenden Sie einen Klebestick oder einen Klebestreifen daf\u00fcr.<\/p>\n<h5>3. \u00dcberpr\u00fcfen, ob jede Rechnung richtig ausgestellt ist<\/h5>\n<p>Das klingt vielleicht trivial. Tats\u00e4chlich kursieren aber viele \u201efalsche\u201c Rechnungen. Das kann bei einer sp\u00e4teren Betriebspr\u00fcfung problematisch werden. Folgende Merkmale m\u00fcssen Rechnungen enthalten:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Name und Anschrift<\/strong> des Leistenden\/Liefernden<\/li>\n<li><strong>UID-Nummer<\/strong> des leistenden bzw. liefernden Unternehmens<\/li>\n<li><strong>Name und Anschrift<\/strong> des Empf\u00e4ngers<\/li>\n<li><strong>die UID-Nummer<\/strong> des Empf\u00e4ngers (\u00fcber \u20ac10.000,00 oder bei EU-Lieferungen)<br \/>\nWenn Sie selbst die Rechnung an Ihren Kunden schreiben, m\u00fcssen Sie zudem die UID-Nummer des Kunden pr\u00fcfen. Das machen Sie entweder in Ihrem Finanzonline-Zugang oder Sie ersuchen uns um eine Pr\u00fcfung.<\/li>\n<li>fortlaufende<strong> Rechnungsnummer<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ausstellungsdatum<\/strong><\/li>\n<li><strong>Lieferdatum<\/strong> (Zeitraum der Leistung oder Tag der Lieferung)<\/li>\n<li><strong>Beschreibung der Leistung<\/strong> (Art &amp; Umfang) oder <strong>Lieferung<\/strong> (Art &amp; Menge)<br \/>\nAuflistung der einzelnen Waren oder Beschreibung der Leistung<\/li>\n<li><strong>Preis<\/strong>\u00a0(Entgelt f\u00fcr die Leistung oder Lieferung) netto ohne Umsatzsteuer<\/li>\n<li>der <strong>Steuersatz<\/strong> in % Ihrer Produkte oder Lieferungen<\/li>\n<li>der <strong>Steuerbetrag<\/strong> in Zahlen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn Sie selbst bereits die Richtigkeit Ihrer erhaltenen und geschriebenen Rechnungen \u00fcberpr\u00fcfen, erkennen Sie Fehler schneller und k\u00f6nnen sofort reagieren. Denn eine falsch ausgestellte Rechnung darf nicht h\u00e4ndisch korrigiert werden, sondern muss neu ausgestellt werden. Und vergessen Sie nicht, dass Sie f\u00fcr die schon erhaltene falsche Rechnung eine Gutschrift brauchen. Ganz besonders wichtig ist das f\u00fcr den Vorsteuerabzug, der Ihnen zusteht. Ist die Rechnung falsch ausgestellt, verlieren Sie den Vorsteuerabzug.<\/p>\n<h5>4. keine Buchung ohne Beleg<\/h5>\n<p>Die wichtigste Buchhaltungsgrundregel \u00fcberhaupt! Wenn Ihre Zahlungen \u00fcberwiegend \u00fcber das bzw. die Bankkonten laufen, ist das praktisch. Dann k\u00f6nnen Sie anhand der Kontoausz\u00fcge leicht nachvollziehen, ob Sie alle Belege haben &#8211; zumindest die, die bereits bezahlt wurden.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Auch wenn bei Kontoausz\u00fcgen bisweilen auch von \u201eBelegen\u201c die Rede ist \u2013 eine Rechnung ersetzen sie nicht!\u00a0 Auch &#8222;Abrechnungen&#8220; sind keine Rechnungen. Auf einer Rechnung muss entweder &#8222;Rechnung&#8220; stehen oder &#8222;Honorarnote&#8220; oder &#8222;Faktura&#8220;.<\/p>\n<h5>5. Aufzeichnungen \u00fcber Ihre Kunden<\/h5>\n<p>Aus einer Excel-Aufstellung ist vieles abzulesen, aber auch mit der Hand in einem Heft l\u00e4sst sich vieles erfassen und auswerten.<\/p>\n<ul>\n<li>Ums\u00e4tze und Kunden:<br \/>\nWieviel konnten Sie in diesem Monat abrechnen? Haben Sie Stammkunden? Wer sind diese? Kommen neue Kunden regelm\u00e4ssig dazu? Zahlen die Kunden p\u00fcnktlich?<\/li>\n<li>Zahlungen:<br \/>\nWelche monatlichen Fixkosten gibt es f\u00fcr Sie? K\u00f6nnen Sie Skonto ausnutzen oder m\u00fcssen Sie die Zahlungen immer bis zum Allerletzten hinausschieben?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dadurch bekommen Sie Informationen, um leichter planen zu k\u00f6nnen. Und Planung ist eins der wichtigsten Werkzeuge f\u00fcr einen Unternehmer. Sie werden sehen, wie befriedigend es ist, geplant zu haben und die geplanten Zahlen auch erreicht zu haben.<\/p>\n<h5>Ein paar Tipps aus der Praxis<\/h5>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Wenn Sie feststellen, dass eine Eingangsrechnung nicht da ist, fordern Sie diese sofort bei Ihrem Lieferanten an.<\/li>\n<li>Legen Sie Kopien von Dauerrechnungen (z.B. f\u00fcr Mieten) an und geben Sie mindestens eine davon auch in den Ordner zu den Eingangsrechnungen.<\/li>\n<li>Diese werden meist mittels Lastschrift abgebucht. Achten Sie immer darauf, dass Ihr Konto gedeckt ist &#8211; eine R\u00fcckbuchung wegen Nichtdeckung ist heute schon sehr teuer geworden.<\/li>\n<li>Machen Sie es sich zur regelm\u00e4\u00dfigen Gewohnheit, Ihre Buchhaltungsunterlagen zu ordnen, z.B. jeden Montag. Sie werden sehen, dass es dann wesentlich leichter geht. Warten Sie auf keinen Fall darauf, dass der Steuerberater schon die Belege anfordert. Denn dann ist es meist schon 5 vor 12.<\/li>\n<li>F\u00fcr Ihre Buchhaltungsunterlagen gilt eine <strong>Aufbewahrungspflicht von 7 Jahren<\/strong>. Nach der Vollendung des Zeitraumes d\u00fcrfen die Unterlagen also zum Altpapier oder noch besser in den Schredder. Achtung: F\u00fcr Unterlagen betreffend\u00a0Grundst\u00fccke\u00a0gilt eine Aufbewahrungspflicht <strong>von 12 Jahren<\/strong>.<\/li>\n<li>Wenn Sie ganz ohne Papierkram auskommen wollen, geht das auch. Sofern Sie Ihre Unterlagen vollst\u00e4ndig, geordnet, inhaltsgleich und urschriftgetreu digitalisiert haben, ist auch die elektronische Archivierung erlaubt. Diese hat auf einem gesicherten externen Datentr\u00e4ge zu erfolgen &#8211; am besten derzeit auf einer externen Festplatte. Aus Gr\u00fcnden des Datenschutzes empfehlen wir nicht die Aufbewahrung in einer externen Cloud. Wissen Sie heute, ob der Cloud-Anbieter in 7 Jahren noch existiert?<br \/>\nHier gelangen Sie zum Artikel \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.stb-huemer.at\/stb\/2023\/04\/13\/papierkram-die-dritte-digital-ganz-ohne-papier\/\">die papierlose Buchhaltung.<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote><p><strong>Und vergessen Sie nicht: nicht nur f\u00fcr&#8217;s Finanzamt machen Sie&#8217;s, sondern vor allem Ihrem eigenen Erfolg als Unternehmer zuliebe!<\/strong><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie k\u00f6nnen uns gern die Belege auch in einer Schuhschachtel \u00fcberreichen. Sinnvoll ist es nicht. Es geht mit wenig Aufwand auch anders. 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